Dez 22 2007

Blutegeltherapie

Published by admin

Schon vor dreitausendfünfhundert Jahren wurden Blutegel zu Therapiezwecken eingesetzt. Auch heute werden sie bei vielen Naturvölkern zur Heilung genutzt.

Mit Beginn des 19. Jahrhunderts nahm die Blutentziehung gewaltige Ausmaße an. Der übermäßige Verbrauch der Bluegel führte schon vor 1850 dazu, dass fast in ganz Europa keine Egel mehr zu finden waren. Nach 1850 gingen der Verbrauch und das Interesse an den Blutegeln stark zurück. In der Naturheilkunde aber blieb das Wissen erhalten.

Um 1960 gab es dann erste Veröffentlichungen über die Blutegeltherapie in der Transplantationsmedizin. 20 Jahre später kam der Einzug der Blutegel in die wissenschaftliche Medizin. Heinz Bottenberg unterteilt in seinem 1935 erschienenem Buch “Die Blutegelbehandlung” zwei Komponenten in der Blutegeltherapie, eine lokale und eine systemische Komponente.

Lokal = örtlich :

  • gerinnungshemmend

  • lymphstrombeschleunigend

  • gefäßkrampflösend

  • abwehrsteigernd

systemisch= allgemein :

  • entlastend

  • entzündungshemmend

  • krampflösend

  • beruhigend

  • abwehrstärkend

Bei fast jeder Erkrankung kommt es durch Vorgänge auf Zellebene zu Durchblutungsstörungen im weitesten Sinne. Oder es wird zur schnelleren Heilung eine bessere Durchblutung benötigt, welche durch die Blutegeltherapie wiederhergestellt werden kann.

Krankheiten bei denen eine Blutegeltherapie indiziert ist sind u.a.:

  • Krampfadern,Thrombose, Venenentzündungen, offene Beine, Hämorrhoiden, Gefäßverkalkung, Schlaganfall, Herzinfarkt, Angina pectoris, Ohrgeräusche, Gefäßveränderungen im Rahmen einer Zuckerkrankheit,

  • Migräne, Wadenkrämpfe, schmerzhafte Monatsblutung,Spannungskopfschmerz,

  • Muskelschmerzen, Arthrose, Rheuma, Nervenschmerzen, Wirbelsäulenschmerzen, Bandscheibenvorfälle, Verstauchungen, Zerrungen, Prellungen, Blutergüsse, Muskelfaserrisse

ABER: Nicht jedem hilft die Blutegeltherapie. Es gibt Fälle in denen keine Besserung eintritt.

Der Biss des Blutegels ist ähnlich einem Insekten- oder Nadelstichs.Es tritt ein leichtes Brennen auf das nach kurzer Zeit nachlässt aber während des Saugens erneut kurzzeitig auftreten kann. Die Bisswunde ist ca. 1-2 mm groß. Während des Saugens scheidet der Egel ein Sekret in die Wunde ab das u.a. entzündungshemmende, gefäßerweiternde und gerinnungshemmende Substanzen enthält. Zum Schutz vor Austrocknung sondert der Blutegel während des Saugens wässrigen Schleim ab. Wenn der Egel ”satt” ist lässt er von allein los. Die Mahlzeit pro Egel beträgt etwa 5-10 ml Blut. Beim gewünschten Nachbluten wird mit einem Blutverlust von ca. 20-40 ml gerechnet. Die Dauer des Saugens beträgt etwa 20 Minuten bis 2 Stunden.

 

 

 

 

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